Emanzipation

Diese Kleidungsstücke waren 1919 undenkbar!

100 Jahre Frauenwahlrecht

Mode ist ein Spiegel der Gesellschaft. So wie ein Spiegel unser Bild zurückwirft, so spiegeln auch modische Trends gesellschaftliche Entwicklungen wider. Konventionen, Frauenrollen und Mode haben sich in den letzten 100 Jahren drastisch verändert. Ein Meilenstein der Emanzipationsbewegung war die Einführung des Frauenwahlrechts am 19. Januar 1919. Aus diesem Anlass laden wir dich auf eine Zeitreise ein und präsentieren Mode, die es vor 100 Jahren so noch nicht gegeben hat.

Jeansstoff war zwar schon erfunden, in Deutschland aber noch nahezu unbekannt

Denim – von der Arbeiterkluft zur Alltagskleidung

Robust, pflegeleicht, leger – Jeans dürfen heute in keinem Kleiderschrank mehr fehlen. Zwar wurde das Material für stabile Arbeitskleidung schon Ende des 19. Jahrhunderts durch Levi Strauss in Amerika erfunden; bis der Trend in Europa ankam, gingen allerdings noch einige Dekaden ins Land. Vermutlich hatte 1919 noch niemand in Deutschland von Kleidung aus Denim gehört. Dies änderte sich erst in den 50ern, als Jugendliche den robusten Stoff als Symbol des Protestes gegen Tradition und Autorität für sich entdeckten. Damals wurden Jeans noch als „Texashosen“ bezeichnet und galten als „Symbole gewalttätiger Unreife und mutwilliger Herausforderung der Konventionen“. Der Verbreitung der Jeans schadete das jedoch nicht. Spätestens 1980 ist der ehemalige Arbeiterstoff vollends im Mainstream angekommen und bis heute nicht mehr wegzudenken. Ob Röhren-, Skinny-, Boyfriend-, Baggy-, oder Karottenjeans – die Auswahl an Jeanshosen und unterschiedlichen Waschungen ist riesig. Finde dein neues Liebling-Denimteil – zum Beispiel hier bei Marc o’Polo.

Ob knapper Bikini oder sportlicher Badeanzug – im Gegensatz zu 1919 haben Frauen heute die Wahl

Bademode – von verhüllt zu freizügig

Im Jahre 1919 wurde die Olympiaschwimmerin Ethelda Bleibtrey inhaftiert, weil sie sich zum Schwimmen am Strand von Manhattan ihrer Strümpfe entledigte. Auch in Deutschland schwammen Damen, wenn überhaupt, nur in Badekleidern, Strümpfen und geschnürten Badeschuhen. Erst in den 20ern lockerten sich die strengen Kleidungsregeln allmählich. 1926 wurde im Berliner Sportpalast im Rahmen einer Modenschau erstmals freizügige Bademode präsentiert, was in konservativen Kreisen für Empörung sorgte. In der Weimarer Republik gab es sogar Vorschriften, die in öffentlichen Bädern rigoros umgesetzt wurde: Demnach durften Frauen nur öffentlich Baden, wenn der Badeanzug „Brust und Leib an der Vorderseite des Oberkörpers vollständig bedeckt, unter den Armen fest anliegt und mit angeschnittenen Beinen versehen ist.“ Eine Lockerung der Konventionen fand in den 30er und 40er Jahren statt. Badeanzüge mit integriertem Büstenhalter, sowie Spaghettiträger oder Neckholder kamen in Mode. Übrigens: Der Bikini kam in den 50er Jahren in Mode und verdrängte den einteiligen Badeanzug – bis Pamela Anderson und Baywatch den Einteiler wieder salonfähig machten. Egal ob Badeanzug oder Bikini, bei Intersport Olympia findest du das ganze Jahr über Stylisches für Strand und Schwimmbad.

Vor 100 Jahren mussten Schuhe eher praktisch und robust sein. Der Sneaker als Freizeitschuh kam erst deutlich später.

Schuhe – Sneaker statt Schnürstiefel

Vor 100 Jahren waren Schuhe eher praktisch, als ein modisches Statement. Nur wenige Menschen konnten sich mehr als ein paar Schuhe leisten, da die Herstellung aufwendig und Ressourcen in der Nachkriegszeit knapp waren. Die Dame von damals trug darum meist praktische, spitz zulaufende Schnürstiefel mit Militär- oder Louis XV-Absatz. Dennoch fand sich die Schuhmode 1919 gerade im Umbruch. Neue Gerbverfahren, Massenproduktion und nicht zuletzt das Kürzerwerden der Kleider rückten den Schuh zunehmend in den Fokus der Modeschöpfer. Wenige Jahre später trug Frau im Alltag bereits abgerundete Spangenschuhe, während Abendschuhe mit Verzierungen aus Perlmutt, Samt, Gold- oder Silberschnallen den goldenen 20ern alle Ehre machten. Erst viel später, nämlich in den 80ern, kam ein Trend auf, der heute nicht mehr wegzudenken ist, nämlich der Sneaker. Der Turnschuh konnte sein muffiges Turnhallenimage ablegen und wurde zum Straßenschuh der Stunde. Grund dafür war, wie so oft in der Geschichte, die Jugend. In Abgrenzung zur älteren Generation, die eher auf Lederhalbschuhen unterwegs war, haftete Sneakern früher ein rebellisches Image an. Weitere Gründe für die Verbreitung des Turnschuhs waren natürlich der vergleichsweise günstige Preis, sowie der geringe Pflegeaufwand. Doch auch das hat sich geändert: Sneakerheads zahlen mitunter über 1.000 Euro für ein begehrtes Paar. Ob Sneaker, klassische Halbschuhe oder Overknee-Heels – Schuhe für jeden Anlass findest du bei Shoe City.

Zwar befand sich die Unterwäschemode damals schon im Umbruch, doch Modelle wie dieses hier von Hunkemöller waren noch Zukunftsmusik

Unterwäsche – von sittsam zu sexy

Viele Frauen – gerade in ländlichen Gegenden – trugen bis in die zweite Hälfte des vorherigen Jahrhundert nichts unter ihren Röcken. Standard war dies allerdings nicht. Verbreitet waren ein langes Unterhemd und ein langes, aus praktischen Gründen im Schritt offenes Unterteil. Doch auch hier befand sich die Mode im Wandel: Geschlossene Höschen konnten sich durchsetzen. Oberbekleidung wurde enger, kürzer und „das darunter“ passte sich an. Leichte, dehnbare Baumwollstoffe lösten das bis dato übliche, schwere Leinen ab und der BH ersetzte das unbequeme Korsett. Eng anliegende Panties oder gar Tangas waren jedoch noch Zukunftsmusik: Erst Anfang der 60er verbreitete sich figurbetonte Unterwäsche, die sich in ihrer Form bis heute erhalten hat. Einen Richtungswechsel markiert die Emanzipationsbewegung ab 1968: Frauen wollten sich nicht mehr einengen lassen – einige setzten besonders drastische Zeichen und verbrannten ihre BHs. Die Industrie reagierte mit neuen Materialien. Tüll, Nylon und Baumwolle machten die Unterwäsche kleiner, leichter und transparenter und führten letztlich zu Unterwäsche, wie wir sie heute kennen. Erlaubt ist, was gefällt. Praktisch, sexy, berüscht oder schlicht – Unterwäsche ist kein Tabuthema mehr. Was 1919 noch eher schambehaftet als Weißwäsche verkauft wurde, geht heute in allen Variationen über den Ladentisch. Das wissen auch Sophie und Katha:

„Frauen heutzutage sind selbstbewusst. Trends wie ,50 Shades of Grey’ haben Erotik salonfähig gemacht und das merken wir auch im Laden. Unterwäsche ist kein Tabuthema und wird selbstverständlich in allen Variationen nachgefragt.“
Sophie & Katharina Hunkemöller

Wenn Frau 1919 Hose trug, dann zur Arbeit. Modelle wie diese schöne Variante von Street One suchte man vergeblich.

Hosen – Emanzipation durch Herrenkleidung

Anders als vielleicht erwartet, waren Frauen in Hosen 1919 nicht ungewöhnlich. Geschuldet ist dies dem ersten Weltkrieg. Viele Frauen mussten Arbeiten verrichten, die vorher Männern vorbehalten waren und übernahmen kurzerhand auch deren Arbeitskleidung. Was zehn Jahre zuvor noch ein sicherer Tabubruch gewesen wäre, wurde aufgrund der Entbehrungen der Kriegsjahre akzeptiert. Daran, dass sich die Hose als Alltagskleidung für Frauen durchsetzen würde, glaubten dennoch nur die Wenigsten. In der Freizeit oder zu gesellschaftlichen Anlässen waren Hosen bis ins nächste Jahrzehnt weiterhin verpönt. Dies änderte sich jedoch mit der androgynen Frauenmode der goldenen Zwanziger – Hosenanzug, Bubikopf und Zigarette waren plötzlich en vouge.

Egal ob im Beruf oder in der Freizeit, heute ist die Hose nicht mehr wegzudenken und in unzähligen Variationen erhältlich. Ob Jeans oder Hosenanzug, eine große Auswahl findest du bei Street One. Ob Mode, Gesellschaft oder Politik – wir ziehen den Hut vor all jenen, die Konventionen in Frage stellen, am Status Quo rütteln und für eine gleichberechtigte Zukunft kämpfen. Oder um es mit den Worten Emma Watsons zu sagen:

„Folg deinen Instinkten, denn du wirst es nie allen recht machen!“
Emma Watson Schauspielerin